Über 1.100 Mitarbeiter protestieren
gegen SWMH-Sparpläne

STUTTGART (15.10.2009) – Rund 1.100 Mitarbeiter des Konzerns Südwestdeutsche Medien Holdung (SWMH) haben am Donnerstag (15.10.2009) in München und Stuttgart gegen Sparmaßnahmen protestiert. Die SWMH ist die zweitgrößte Medienholding in Deutschland

In München haben sich nach Mitteilung des Konzernbetriebsrates etwa 1.100 Mitarbeiter an den Aktionen beteiligt. Beim Süddeutschen Verlag (SV), der zu 81,25 Prozent zur SWMH gehört und bei dem die Süddeutsche Zeitung erscheint, ist mit erneuten Einschnitten zu rechnen. Die Anzeigen sind drastisch eingebrochen. Für den 27. Oktober 2009 ist eine Betriebsversammlung in München angekündigt, bei der weitere Eingriffe auch in die Redaktion angekündigt werden.

In Stuttgart protestierten etwa 120 Mitarbeiter vor dem Presshaus in Plieningen und versammelten sich anschließen in den einzelnen Unternehmen zu Betriebsversammlungen. Bei der „Stuttgarter Zeitung“ wurde das neue Sparkonzept mit Stellenstreichungen erörtert (siehe unsere Homepage „Zeitungsredaktionen unter massivem Spardruck“). Der Sparplan der „Stuttgarter Zeitung“ beinhaltet Abfindungsregelungen bei freiwilligem Ausscheiden von Redakteurinnen und Redakteuren vor, ähnlich wie es bei der „Süddeutschen Zeitung“ vor einem Jahr stattgefunden hat. Dort sollen dem Vernehmen nach 70 Mitarbeiter gegangen sein.

In Stuttgart wird überdies die Redaktion der Sonntagszeitung „Sonntag Aktuell“ voraussichtlich zum Jahresende entlassen. Sie wird als siebte Ausgabe vor allem württembergischer Zeitungen verteilt. Nur drei Redakteure von 17 sollen von den „Stuttgarter Nachrichten“ übernommen werden, die künftig die Sonntagszeitung herstellen sollen.

Dieses Blatt liefert auch den Mantel für den „Schwarzwälder Bote“, für etwa 20 Lokalzeitungen in Württemberg und künftig für die Zeitungsgruppe in Nordfranken und Thüringen.  Auch im thüringischen Suhl fand eine Aktion statt. Die Betriebsräte der Teilkonzerne „Süddeutscher Verlag“ und  „Medien Holding Süd GmbH“ hatten in ihrem Aufruf zu diesen Demonstrationen vor den Konzernzentralen den Vorstellungen des Konzerns widersprochen, die für Sie bedeuteten: „Personalabbau, Ausgliederungen und Tarifflucht um die Löhne zu senken und die Arbeitszeit zu erhöhen“. Wörtlich heißt es: “Eine Rechtfertigung kann aus der wirtschaftlichen Situation nicht abgeleitet werden: Laut Konzerngeschäftsführer Dr. Rebmann wird die SWMH keine roten Zahlen schreiben.

Verlust einzelner Unternehmen können also im Gesamtkonzern ausgeglichen werden.“ Auch die Tilgung der Kredite, die zur Übernahme des „Süddeutschen Verlags“ aufgenommen wurden, könne den Personalabbau nicht rechtfertigen.

Bei den Veranstaltungen vor der Konzernzentrale wurde deutlich, dass die Stimmung in den Redaktionen auf einem Tiefpunkt angelangt ist. g

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