
An der Protestaktion am 24.11.2009 beteiligten sich ca. 300 Beschäftigte der in der SV-Konzernzentrale in München angesiedelten Tochterunternehmen des Süddeutschen Verlages und des benachbarten SV-Druckzentrums. Im Anschluss an eine kurze Protestkundgebung statteten ca. hundert Beschäftigte dem im Hause tagenden Aufsichtsrat einen Besuch ab und übergaben auf Zeitungspapierbahnen sechshundert Unterschriften gegen den geplanten Personalabbau an den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Oliver Dubber und den SV-Konzerngeschäftsführer und Gesellschafter der Südwestdeutschen Medien Holding, Dr. Richard Rebmann. Dabei forderte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Harald Pürzel und die Betriebsratsvorsitzende des Süddeutschen Verlages und stv. Konzernbetriebsratsvorsitzende Brigitte Deufel Aufsichtsrat und Gesellschafter nachdrücklich auf, die im Verlags- und Servicebereich des Süddeutschen Verlages geplanten und die für die Redaktion der Süddeutschen Zeitung angekündigten betriebsbedingten Kündigungen nicht auszusprechen. Sie gaben ihrer Sorge Ausdruck, dass der beabsichtigte Personalabbau die publizistische Qualität der Süddeutschen Zeitung nachhaltig beschädigen würde. Sie kritisierten
des weiteren die Entscheidung, die Druckerei der Regionalzeitungsgruppe des SV in Suhl zu schließen und so im von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Südthüringen mehr als hundert Familien ihrer Existenzgrundlage zu berauben.
Zum Hintergrund: Der Süddeutsche Verlag befindet sich seit 2008 mehrheitlich im Eigentum der Stuttgarter Südwestdeutschen Medien Holding, die den SV-Konzern einem rigiden Sparprogramm unterzieht. Im Süddeutschen Verlag wurden 2009 bereits 90 Stellen abgebaut. Im Oktober wurden weitere dreißig Kündigungen im Verlags- und Servicebereich sowie (noch ohne Angabe einer Anzahl) Kündigungen in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung angekündigt. Für ca. 20 der im Verlagsbereich Betroffenen zeichnen sich auf Betreiben des Betriebsrates hin inzwischen Ñsozialverträglicheì Lösungen ab (Ausscheiden auf freiwilliger Basis gegen
Abfindung, Altersteilzeit, Kurzarbeit). Von der Absicht, in ca. zehn weiteren Fällen
betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen, wollte die Geschäftsleitung bisher nicht abrücken.
Am 19. November 2009 fällte die Gesellschafterversammlung der Regionalzeitungsgruppe des Süddeutschen Verlages (Neue Presse, Coburg, Freies Wort, Suhl, Südthüringer Zeitung, Bad Salzungen und Frankenpost, Hof) nicht mehr in das Druckzentrum Suhl zu investieren und den Druckauftrag fremdzuvergeben. Dadurch werden mehr als hundert Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. An der Regionalzeitungsgruppe ist neben dem Süddeutschen Verlag die SPD-Medienholding DDVG beteiligt. Der Gesellschafterbeschluss ist nach Informationen des Konzernbetriebsrates einstimmig gefallen. Die Regionalzeitungsgruppe wird im Jahr 2009 Gewinn erwirtschaften. KB
Termine 
13.-17.09.2010 - JA Stuttgart
40. Zeitschriftenseminar für Volontäre u. Seiteneinsteiger (I)
21.09.2010 - JA Stuttgart
Schreiben fürs Web -
das Basistraining