
STUTTGART (17.12.2009) – Der frühere Intendant des Südwestrundfunks, Peter Voß (69), ist wegen des ZDF-Personalstreits nach 35 Jahren aus der CDU ausgetreten.
Er begründete dies mit der Art und Weise, wie der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für die Ablösung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender gesorgt habe. „Herr Koch hat mit seinem Vorgehen der CDU, dem ZDF und den Medien im Allgemeinen schwer geschadet“, sagte Voß.
„Ich bleibe bei meinem Austritt. Was hier passiert ist, ist höchst gefährlich für das Image des öffentlich-
rechtlichen Rundfunks und ein Angriff auf die Unabhängigkeit des Senders.“ Dabei erhebt Peter Voß auch schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzlerin und CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel.
Peter Voß war von 1971 bis 1993 beim ZDF, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur. Danach wechselte er als Intendant zum Südwestfunk in Baden-Baden und war nach der Fusion mit dem Süddeutschen Rundfunk von 1998 bis zu seinem Ausscheiden 2007 Intendant des Südwestrundfunks.
Auch der Deutsche Journalisten-Verband hatte bei seinem Bundesverbandstag Anfang November in Berlin gegen von Roland Koch aufgebauten Druck der CDU Gremienmitglieder und der Partei gegen dieses Vorgehen protestiert. Der DJV-Landesverband hatte Ministerpräsident Günther H. Oettinger als Vorsitzenden der CDU Medienkommission aufgefordert, gegen dieses Kesseltreiben Kochs einzuschreiten. g
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