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Kreisverband Neckar/Alb

Christoph Holbein
Christoph Holbein

1. Kreisvorsitzender Christoph Holbein. 2. Kreisvorsitzende Pia Grund-Ludwig 3. Kreisvorsitzender Gregor Landwehr

Der Kreisverband Neckar/Alb trifft sich regelmäßig. Nähere Informationen erhalten Sie bei Christoph Holbein, Mail christoph.holbein@t-online.de

 

Sitzung mit den Betriebsräten

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,


der DJV-Kreisverband Neckar-Alb möchte die Betriebsräte der Tageszeitungen aus unserer Region am Donnerstag, 13. November, an einen Tisch holen, um zu fragen, wie es aktuell in den Betrieben aussieht. Gibt es Arbeitszeiterfassung, ein Gesundheitsmanagement und inwieweit bestimmt der Betriebsrat bei Entscheidungen der Geschäftsführung mit? Themen sollen zudem crossmediales Arbeiten und die damit verbundenen neuen Herausforderungen sein sowie die Tendenz zum 24-Stunden-Journalismus. Außerdem wird der Kreisvorsitzende Christoph Holbein vom Bundesverbandstag berichten und einen Ausblick auf die Tarifrunde geben.


Zu dieser Veranstaltung laden wir alle Betriebsräte des DJV-Kreisverbandes Neckar-Alb ein, am


Donnerstag, 13. November 2014, ab 20 Uhr
im Weinkeller der Gaststätte Loretto (Katharinenstraße 22)

in 72072 Tübingen.


Eingeladen sind natürlich auch alle anderen Mitglieder des DJV-Kreisverbandes Neckar-Alb.


Außerdem würden wir von Ihnen gerne wissen, was Sie sich für das weitere Programm des Kreisverbandes wünschen. Gibt es bestimmte Themen, die Sie besonders interessieren, eine Institution oder Organisation in der Region, zu der sie sich eine Exkursion wünschen? Schreiben Sie uns ihre Wünsche an: christoph.holbein(at)t-online.de


Bitte auch eine Anmeldung unter dieser E-Mail-Adresse, wer am 13. November teilnehmen möchte.


Mit besten Grüßen,


Christoph Holbein, Pia Grund-Ludwig, Gregor Landwehr

Betriebsrätekonferenz 27. September 2014

Hallo - Achtung - Bitte vormerken!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Am Samstag, 27. September 2014, ist Betriebsrätekonferenz

Wo: Alte Kanzlei - Schillerplatz 5A, Stuttgart (nahe Schlossplatz)

Wann: 10.45 Uhr bis 16 Uhr


Themen:             - Entwicklungen bei den Tageszeitungen

                           - Handlungsstrategien entwickeln

                           - Arbeitsgemeinschaft Tarife bilden

                           - Tarifstrategien festlegen

                           - Regionale Tarifverhandlungen

                           - Haustarifverträge

                           - OT-Betriebe und Freie

                           - Kommunikation verbessern

Nachrichten aus dem Kreisverband

Voll auf Linie - Thema Innere Pressefreiheit

Voll auf Linie

Wie unabhängig können Journalisten arbeiten? Wie stark ist der Einfluss von Verlegern, Anzeigenkunden, Parteien? Fragen, die Journalisten im beruflichen Alltag bewegen. Die Tendenzen in den Redaktionen sind bedenklich. Das stellte die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig fest, welche die Podiumsdiskussion „Voll auf Linie – Journalismus im Spagat zwischen Meinungsfreiheit und wirtschaftlichem Druck“ des DJV-Kreisverbandes Neckar-Alb im Deutsch-Amerikanischen-Institut in Tübingen moderierte. Sie zitierte aus einer Umfrage des vergangenen Jahres, die zeigt: 50 Prozent der Journalisten sehen mehr Gefahren für die innere Pressefreiheit als noch vor fünf Jahren. Jeder Vierte fühlt sich in der Redaktion eingeengt. Von ihren Erfahrungen sprachen auf dem Podium Josef-Otto Freudenreich von Kontext Wochenzeitung, Peter Welchering, Mitglied des Presserates, und Christoph Holbein, Redakteur beim Schwarzwälder Boten.

So erlebte Josef-Otto Freudenreich Kollegen, die während der Berichterstattung zu Stuttgart 21 mächtig unter Druck standen. Berichterstattung wurde behindert, beeinflusst, Ansagen aus der Chefredaktion gemacht. Für ihn ein Schlüsselerlebnis, das ihm zeigt, was in dem Berufsstand geht und was nicht. Peter Welchering erzählt von Anrufen aus Ministerien, um die Richtung der Berichte zu beeinflussen. Er stellt fest, dass „widerspenstige Kollegen“, die ihre Geschichten verteidigen und durchsetzen, weniger werden. Ein Faktor ist in Christoph Holbeins Augen die Infrastruktur. Es gebe zu viel Arbeit für immer weniger Schultern. Der Zeitdruck führe zu fahrlässigem Umgang mit Pressematerial und das zu Verlautbarungs-Journalismus. „Unverantwortlich“, findet das Freudenreich. „Verleger sollten sich hinterfragen, ob sie so etwas ihren Lesern anbieten wollen.“  Es stelle sich ihm aber auch die Frage, wie Journalisten ihrer Aufgabe gerecht werden sollen unter den Bedingungen, welche die Verleger vorgeben?

Zeit für kritische Recherche? Da spricht Holbein vom Einwegjournalismus: möglichst billig, viele Seiten mit wenig Man-Power und geringem Honorar. Das sei die größte Gefahr im Printbereich. Dazu Betriebswirtschaftler in der Geschäftsführung, die nach der Rendite schauten, anstelle  Journalisten, welche die Wächterfunktion wahrnähmen und auf diese pochten. Daran schließt Grund-Ludwig die Frage nach den Konsequenzen für die Leser an. „Als Journalisten sind wir immer wieder in Gefahr, Leser zu missachten, aber wir sollten sie achten“, sagt Freudenreich. Den Lesern müsse geboten werden, was sie in ihrer Welt für wichtig erachteten. Denn warum sollten diese Geld ausgeben für etwas, wovon sie keinen wirklichen Nutzwert hätten. Die Lücke zwischen Zeitung und Leser müsse kleiner werden. Die Zeitungsmacher sollten sich auf die Frage konzentrieren: Was treibt die Leser um? Dieser Community-Charakter findet sich bei den Bloggern. Doch schwinde auch da die Wächterfunktion, je stärker der wirtschaftliche Druck sei, sagt Peter Welchering. In den Redaktionen seien Blogger kein Thema, betont Holbein. „Das sollten sie aber sein, um die Qualität der Arbeit auf den Prüfstand zu stellen“, meinen die Podiumsteilnehmer.

Ministerien, Verleger, Anzeigenkunden: Sie alle nehmen Einfluss auf kritische Berichte. Kontext umgeht dieses Problem. Die Zeitung ist abhängig vom Leser, nicht vom Verleger. Die Redakteure entscheiden gemeinsam über Eingriffe, die sie vornehmen. Doch sieht Freudenreich die Wochenzeitung als Nischenprodukt, nicht als Projekt der Zukunft. Peter Welchering setzt auf die widerspenstigen Kollegen. „Wer nicht widerspenstig sein kann, der sollte Biobauer werden“, sagt er. Der Angsthasenjournalismus rege ihn auf. Auch Holbein plädiert dafür, den Blick zu schärfen, Farbe zu bekennen und Rückgrat zu beweisen.

Diskussion zum Gewerkschaftstag und zum Tarifabschluss

Die Tarifauseinandersetzungen bei den Tageszeitungen und der Gewerkschaftstag des DJV Baden-Württemberg sind im Mittelpunkt des Mitgliedertreffens des Kreisverbands Neckar-Alb gestanden. Wie gehen wir mit dem Tarifabschluss für Tageszeitungen um, nachdem die Zeitungsverlegerverbände in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nachverhandeln und das Ergebnis abwenden wollen? Diese Frage diskutierte der Kreisverband mit Daniel Völpel, Mitglied der Tarifkommission, und Dagmar Lange, der neu gewählten Landesvorsitzenden. Der Abschluss sei ein Kompromiss, den die Südverbände eingegangen seien, um erneut einen Flächentarif abzuschließen. Diesen wollen die Nordverleger nun nicht akzeptieren und nachverhandeln. Ein „Riesen-Ärgernis“, bestätigte Dagmar Lange die Stimmung im Verband.

Soll unter diesen nun veränderten Bedingungen auch Baden-Württemberg dem Abschluss nicht zustimmen? Daniel Völpel sieht eine Neuverhandlung skeptisch. Er ist nicht davon überzeugt, dass ein deutlich besseres Ergebnis herauskommt, sollten sich Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern für die Verhandlungen zusammenschließen.

Viel mehr stellte sich für Völpel die Frage, wie sich der Landesverband ab Herbst taktisch aufstellt und künftig auftreten wird. Für ihn ist es äußerst wahrscheinlich, dass dies der letzte Tarif für die Fläche war.

Vor allem, so wurde in der Diskussion klar, geht es nun darum, Strategien für die OT-Betriebe, also die Betriebe außerhalb einer Tarifbindung, weiter zu entwickeln. Die Verteilung der Pranger-Zeitungen vor dem Schwarzwälder Boten und in Konstanz sei dazu ein guter Auftakt gewesen, müsse jedoch weitergehen. Es müsse darum gehen, gute Arbeitsbedingungen für Pauschalisten zu sichern und Lohndumping vorzubeugen. Es müsse aber auch darum gehen, die Diskussion in den Betrieben des Kreisverbands zu führen. Der Kreisverband will dazu Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen aufnehmen, die im Gebiet des Kreisverbands bei Tageszeitungen arbeiten, vor allem auch mit den neu gewählten Betriebsrätinnen und Betriebsräten.

Voll auf Linie - Podiumsdiskussion am 24. Juni

 

Der Journalismus befindet sich im Spagat zwischen Meinungsfreiheit und wirtschaftlichem Druck. Wie sehr ist die innere Pressefreiheit in diesem Gefüge gewährleistet, wie gehen Redaktionen intern mit diesem Thema um?

Am Dienstag, 24. Juni, ab 20.00 Uhr in den Räumen des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) in Tübingen, Karlstraße 3 stellen sich diesen und den Fragen des Publikums auf dem Podium:

Josef-Otto Freudenreich, Kontext Wochenzeitung, Peter Welchering, der für den DJV im Deutschen Presserat ist, und Christoph Holbein, Lokaljournalist.

Moderieren wird den Abend die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig.

Damit wir planen können, wäre es schön, wenn Sie uns eine kurze Zusage schicken, dass Sie am 24. Juni zur Veranstaltung kommen, bitte an die Mail-Adresse des Kreisvorsitzenden: christoph.holbein@t-online.de

KV Neckar / Alb wählt neuen Kreisvorstand

Dieter Gellermann (links) trat nicht mehr zur Wahl an. Der DJV-Landesvorsitzende Thomas Godawa (rechts) gratuliert Christoph Holbein und Pia Grund-Ludwig zur Wahl.

Der langjährige Kreisvorsitzende des DJV Neckar-Alb Dieter Gellermann hat sich nicht mehr zu Wiederwahl gestellt. Der Kreisverband dankt ihm für sein großes Engagement.

Nachfolger von Gellermann als 1. Kreisvorsitzender ist der Lokaljournalist Christoph Holbein. Seine Stellvertreterin ist die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig. Als 3. Kreisvorsitzender wurde der freie Journalist Gregor Landwehr gewählt. 

 

 

Einladung zur Kreisversammlung am 6.2.2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihnen allen ein gutes neues Jahr, berufliche Erfolge und Gesundheit für 2014. Wieder endet eine Amtsperiode des Kreisvorstandes. Deshalb gibt es am 06.02.2014 eine Kreisversammlung.
Wir laden Sie herzlich zur Kreisversammlung des DJV KV Neckar-Alb am Donnerstag, den 06. Februar 2014. Sie findet ab 20:00 Uhr im Weinkeller des Restaurants „Loretto“ in der Tübinger Südstadt, nahe Hechinger Eck (B27) statt. Genaue Anschrift: Katharinenstr. 22.

Leitgedanke des Abends:
„Zukunft der Medien – Perspektiven und Realität.“

Tagesordnung:

  • „Perspektiven der Digitalisierung für unsere Medien“
    Vortrag von Daniel Schneider, Absolvent der Hochschule der Medien, Stuttgart und Experte für Medienmarketing
  • „Realität der Zeitungslandschaft Baden-Württemberg“
    1. Landesvorsitzender des DJV Thomas Godawa zur aktuellen Situation der Tarifauseinandersetzungen bei Tageszeitungen
  • Rechenschaftsbericht des Kreisvorstandes
  • Neuwahlen zum Kreisvorstand, Delegiertenwahl, Nominierung der Fachausschussvertreter

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Dieter E. Gellermann

DJV KV Neckar-Alb
, 1. Kreisvorsitzender

Bitte geben Sie uns Bescheid, ob Sie an der Kreisversammlung teilnehmen.
Via mail: deg(at)d-e-g.de
oder via Fax

Konzepte für Online-Medienauftritte in Tübingen vorgestellt

Landläufig meinen viele, dass Journalisten nur in Verlags- und Funkhäusern arbeiten. Diese Annahme trifft aber immer weniger zu auf Freie Journalisten. Sie müssen sich ihr Arbeitsumfeld selbst gestalten und zum Teil ihren Arbeitsplatz selbst erschaffen. Mit kreativen Ideen und unternehmerischer Denke ist es durchaus möglich, eine Marktnische aufzutun, für die man journalistisch schreiben kann.

Drei DJV-Mitglieder aus Tübingen und Umgebung erzählten bei der jüngsten Veranstaltung des DJV, Kreisverband Neckar-Alb, von insgesamt vier Konzepten, die so zum Laufen gebracht wurden.

Pia Grund-Ludwig kümmert sich mit zwei weiteren Kolleginnen um energieeffizientes Bauen und Sanieren. Ihr Unternehmen firmiert als Enbausa (www.enbausa.de). Hauptprodukt ist ein Online-Magazin zum energieeffizienten Bauen und Sanieren für Handwerker, Architekten und Endkunden. Verschiedene Servicekonzepte und Werbeideen begleiten das Angebot. Daneben wird klassische Öffentlichkeitsarbeit angeboten und werden Blogs betreut.

Das Golfsportmagazin (www.golfsportmagazin.de) gibt Gregor Landwehr bereits seit 1999 heraus, das inzwischen Partnerunternehmen der Axel Springer AG ist und somit organisatorisch und finanziell stabil ist. Der Journalist konnte sein Hobby zu einem Teil seiner Berufsausübung machen. Er und Mitarbeiter seines Magazins testen Artikel rund um den Sport, verstehen es, den Anbietern bei der Vermarktung behilflich zu sein, aber nur, wenn die ehrlichen Tests den Produkten auch Qualität und Nutzen bescheinigen. Landwehr veröffentlicht neben dem Magazin zum gleichen Thema auch noch einen Newsletter. Er lebt das Thema Golf und kann zu einem gewissen Teil auch von seinem Engagement leben.

Design ist das Thema, das Armin Scharf fasziniert. Unter www.zwomp.de trägt er Material zusammen zu allem, was mit Industrie Design zu tun hat. Er versteht sich nicht nur als Autor sondern auch als Publizist. Die Webseite nutzt Scharf zur eigenen Profilierung durch Themen, die ihn persönlich sehr interessieren. Noch wirft dieser Bereich finanziell nichts ab, doch im Online-Journalismus kann sich da schnell etwas ändern.

Gregor Landwehr diskutiert sehr gerne und so hat er ein Forum ins Leben gerufen, das Jüngere dazu bringen soll, sich mehr über Politik und Wirtschaft auszutauschen. Die Plattform Debátare gibt es online unter www.debatare.de und bei besonderen Anlässen wie bei Parteitagen auch als kostenlose Print-Ausgabe bei Parteitagen zugeschnitten auf die jeweilige Partei. Diese Hefte erscheinen ohne Auftrag der jeweiligen Parteigremien, sind journalistisch gemacht und über Werbung finanziert. Die Delegierten erhalten sie gegen Ende der Versammlung und sind als Denkanstoß gedacht.

In der Aussprache zu den unterschiedlichen Konzepten wurde deutlich, dass jedes Modell andere Nutzer hat. Den Traffic für die Seite des Golfsportmagazins erhält es zu je einem Drittel durch Direktaufrufe, über Suchmaschinen und über sie Facebook-Seite. Die Zugriffe bei Enbausa kommen über Suchmaschinen zustande, durch den Newsletter und über die Verlinkungen der Nutzer. Bei Zwomp gibt es nur zwei wesentliche Wege zum Portal: die eine Hälfte findet den Weg immer wieder direkt, die andere Hälfte über Suchmaschinen. Überraschend ist, dass beim Thema Industriedesign kaum ein Zugriff über Social Media auf die Seite gelangt.

Diese vier Konzepte, stellvertretend für andere Gründer mit journalistischem Hintergrund, zeigen, dass, egal mit welcher Thematik man sich befasst, es solche Nischen gibt. Erfolgreich können sie nur werden, wenn sie von unternehmerischem Denken begleitet sind und auch so manche Durststrecke einkalkuliert wird, während der noch keine großen Umsätze verbucht werden können. Fazit der DJV-Veranstaltung war jedoch, dass alle diese individuellen Projekte eine Bereicherung der Medienlandschaft darstellen. Dieter E. Gellermann

Beim Tageszeitungsstreik hat sich politische Reife entwickelt

Manöverkritik auf breiter Basis prägte den Hauptteil der Mitgliederversammlung des DJV Kreisverbandes Neckar-Alb. Im Loretto-Weinkeller zu Tübingen konnte Kreisvorsitzender Dieter Gellermann auch die Landesvorstände Thomas Godawa (Vorsitzender) und Pia Grund-Ludwig (Beisitzerin) begrüßen, die von den Auseinandersetzungen bei den Tageszeitungen im letzten Jahr berichteten. Ergänzt wurden die Informationen von Christoph Holbein, der den Sonderfall Schwarzwälder Bote beleuchtete.

Die DJV- und DJU/verdi-Aktionen waren zunächst schlecht vorbereitet, es gab zu wenig aktuelles Material, doch das wurde später durch originelle Mittel und Aktionen wettgemacht. So gelang es, an allen Brennpunkten Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung und den Medien zu erzielen. Ein öffentlicher Druck konnte so entstehen, auch wenn der Abschluss schwer zu vermitteln war.

Thomas Godawa wies darauf hin, dass der aktuelle Manteltarifvertrag eine Laufzeit hat bis zum Juli 2013 und dann wieder neu verhandelt werden müsse. Da die jetzige Einigung auch für die Arbeitgeber der schlechteste Ausgang war, den sie erwartet hatten, ist damit zu rechnen, dass in der nächsten Runde viele der jetzt gescheiterten Einschnitte wieder aufgetischt werden. Besonders betroffen sind Berufseinsteiger, weshalb der DJV-Landesverband versuchen wird, das Berufsbild des Tageszeitungsredakteurs attraktiv zu halten, was Image, Gehalt und Rahmenbedingungen angeht. Soll bei einem Streik die Zeitung gar nicht mehr erscheinen? Das würde schnell zu einer Schieflage des Verlages führen, weil Abos und Anzeigen schnell wegbrechen. Dann gäbe es die Gefahr, dass dann die PR-Abteilung das Blattmachen übernehmen würde. Deshalb könnten in dieser Situation rollierend Streikende gleichermaßen ihrem Blatt und ihren Forderungen helfen und dennoch ihrem Verleger zu denken geben. Anderenorts muss es massive Streikaktionen geben, die der Arbeitgeberseite auch wehtun.

Nach so viel Austausch kam die Versammlung zu den satzungsmäßigen Regularien, die mit dem Rechenschaftsbericht des Kreisvorstandes begannen. Dieter Gellermann erwähnte die Vortragsveranstaltungen, die Exkursionen, die offenen Vorstandssitzungen und die Teilnahmen in Landes- und Bundesgremien. Bei Enthaltung der Betroffenen wurde der Vorstand daraufhin entlastet.

Zum neuen 1. Kreisvorsitzenden wurde wieder Dieter Gellermann gewählt, Stellvertreter bleiben Mylena Baumann, Christoph Holbein und Gregor Landwehr.

Mit einem allgemeinen Austausch zur journalistischen Lage in der Region und Ideen für die nächsten Kreisveranstaltungen schloss die Versammlung. Dieter E. Gellermann