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Kreisverband Neckar/Alb

Christoph Holbein
Pia Grund-Ludwig

1. Kreisvorsitzende Pia Grund-Ludwig 2. Kreisvorsitzender Christoph Holbein 3. Kreisvorsitzender Gregor Landwehr

Der Kreisverband Neckar/Alb trifft sich regelmäßig. Nähere Informationen erhalten Sie bei Pia Grund-Ludwig, Mail redaktion@grund-ludwig.de

 

 

Nachrichten aus dem Kreisverband

Neue Vorsitzende für den Kreisverband

Christoph Holbein gibt den Vorsitz an Pia Grund-Ludwig ab. Foto: Dieter Gellermann

Ein spannender Blick junger Kolleginnen auf den Journalismus und dessen Fallstricke im Buch „Hinter den Zeilen“ füllten den Abend des ersten Treffens des DJV-Kreisverbandes Neckar-Alb 2016 in der Gaststätte „Loretto“ in Tübingen. Aber auch Neuwahlen standen auf dem Programm. Den Kreisvorsitz gab Christoph Holbein an die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig ab, er bleibt als ihr Stellvertreter im Vorstand, ebenso arbeitet im Vorstand Gregor Landwehr weiterhin mit als dritter Kreisvorsitzender.

Zuvor aber zog der amtierende Kreisvorsitzende Christoph Holbein Bilanz der letzten zwei Jahre mit einigen größeren Veranstaltungen, wie einer Podiumsdiskussion, dem Besuch des SWR Tübingen und einem Workshop zum bimedialen Arbeiten. Aber auch zum Stammtisch trafen sich die Kolleginnen und Kollegen.

Auch für das neue Jahr hat sich der Kreiverband wieder einiges vorgenommen. Der neue Kreisverband wird in Kürze zu einer weiteren Kreisversammlung einladen, bei der Anträge diskutiert und eingebracht werden sollen, speziell einer zur Strukturreform des DJV Baden-Württemberg.

Die neue Kreisvorsitzende bereitet einen Vortragsabend zur Thematik „NSU-Prozess und die Medien“ zusammen mit einer Buchautorin vor. Außerdem werden weitere regelmäßige Stammtische angeregt. Angedacht ist auch eine Veranstaltung mit dem ehemaligen Verantwortlichen zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Baden-Württemberg sowie ein Workshop zur Weiterbildung.

Die Interessen der Mitglieder werden außerdem auf dem Gewerkschaftstag in Karslruhe und in den Fachausschüssen des DJV vertreten.

Hinter den Zeilen und Kreisversammlung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir hoffen, Ihr seid gut ins Neue Jahr gekommen. Wir wünschen Euch alles Gute, Spaß bei der Arbeit und Glück.

Für unser erstes Treffen des DJV-Kreisverbandes Neckar-Alb 2016

am Mittwoch 24. Februar um 20.00 Uhr,

in der Gaststätte „Loretto“, Katharinenstr. 22

haben wir uns etwas Besonders einfallen lassen:

Wir haben die Herausgeber Frank Brunner und Rainer Nübel und die zwei Autorinnen Juliane Kessler und Svenja Müller des Buchs "Hinter den Zeilen" eingeladen, das Ende 2015 im Klöpfer und Meyer Verlag erschienen ist. Es ist ein Buch mit Texten von 13 Medienwissenschaftlerinnen, die Journalistinnen und Journalisten von ARD, Spiegel, Stern, Zeit, Süddeutscher und FAZ, Lokalzeitungsredakteure und Fotografen befragt sowie Psychologen, Ökonomen, Juristen und Whistleblower interviewt haben. Es ist ein sehr spannender Blick junger und künftiger Kolleginnen und Kollegen auf unsere Zunft und ihre Fallstricke. Konkret geht es zum Beispiel um Schülerinnen und Schüler, die mit Facebook aufgewachsen sind und deren Blick auf Tageszeitungen, den Bericht über einen Bankräuber, der dann keiner war, oder das Medienspektakel um den Amoklauf in Winnenden. Wir sind gespannt auf die Debatte und versuchen für alle, die kommen ein kostenloses Exemplar des Buchs zu organisieren. Wer sich früh anmeldet, hat größere Chancen zum Zuge zu kommen. Das Kontingent ist begrenzt.

Außerdem stehen turnusmäßig Neuwahlen an. Deshalb stehen neben der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden, der Rechenschaftsbericht 2014/2015 und die Wahlen des Vorstands, der Delegierten und Ersatzdelegierten zum Gewerkschaftstag am 10. und 11. Juni in Karlsruhe, die Nominierung der Delegierten und Ersatzdelegierten für die Bundesverbandstage 2016 und 2017 sowie die Nominierung der Mitglieder für die Wahl in die einzelnen Fachausschüsse an. Kandidat/Innen für den Kreisvorstand und Kreisvorsitz gibt es, überlegt Euch doch, wer zum Gewerkschaftstag und/oder Verbandstag fahren möchte und welche Fachausschüsse Euch interessieren.

Bitte meldet Euch kurz per Mail oder Fax an:

christoph.holbein@t-online.de

Wir freuen uns auf Euch,

Christoph Holbein, Kreisvorsitzender

Pia Grund-Ludwig, Stellv. Kreisvorsitzende

Stammtisch

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten Euch zu unserem nächsten Stammtisch einladen, und zwar für

Mittwoch,18. November 2015, 20.00 Uhr

im Gasthaus Loretto, Katharinenstraße 22, Tübingen.

Ein mögliches Thema an dem Abend könnte der Artikeldienst Blendle sein, der vor einigen Wochen in Deutschland online gegangen ist und wohl gut angenommen wird. Und dahingehend die Frage, welche Rechte die Freien dann an den Artikeln haben.

Wir freuen uns über Eure Teilnahme und gute Gespräche.

Bitte meldet Euch kurz per Mail bei Christoph Holbein

christoph.holbein@t-online.de an.

Herzliche Grüße

Euer Kreisvorstand

Beim Südwestrundfunk stehen Umbau und Abbau auf der Tagesordnung

Andreas Narr und Thomas Hagenauer (unten).

Spannende Zeiten sind es derzeit im SWR-Studio in Tübingen. Das Programm wird zum Teil umstrukturiert. Crossmediales Arbeiten fordert die Redaktion, und zirka 400.000 Euro muss das Studio zudem einsparen. Einen Überblick gaben Andreas Narr und Thomas Hagenauer vor Ort während des Besuchs des Kreisverbands Neckar-Alb.

Aktualität und Regionalität sind die Leitbegriffe des SWR. Deshalb dauert die Landesschau im Fernsehen inzwischen eine halbe Stunde, die Sendezeit wurde um 15 Minuten verlängert und der Beginn auf 19.30 Uhr vorgezogen. „Damit haben wir mehr Möglichkeiten, Beiträge unterzubringen, 70 Prozent der Beiträge kommen aus unseren Studios“, sagt Andreas Narr, seit 15 Jahren Leiter des Tübinger SWR-Studios. Die Regionalnachrichten des Hörfunksenders werden in die Landkreise Calw, Freudenstadt, Rottweil, Tuttlingen, Sigmaringen, Zollernalbkreis, Reutlingen und Tübingen ausgestrahlt, im Halbstunden-Takt von 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Es werden im SWR 1 ein dreistündiges Frühmagazin, ein Mittagsmagazin und ein regionales Magazin produziert. Aber: „Wir sind gerade in einer sehr komplizierten Phase.“

Kompliziert deshalb, weil seit drei Jahren klar ist, dass das Frühmagazin mit Beginn 2016 nicht mehr produziert wird. „Trotzdem sollen wir die Sendung mit großem Elan weitermachen.“ Ab 2016 soll die Sendung mit Jörg Assmann als Anchorman laufen und nicht mehr so regional sein. Das allerdings schafft dann freie Kapazitäten für das restliche Programm.

Hinzu kommt der Online-Auftritt, der seit einem Jahr gepflegt sein will, für den neu gelayoutet und geschrieben werden muss, der auch Bilder benötigt. Für all das gibt es zu wenig Leute. „Wir haben Reporter, die am Anschlag sind.“ Gearbeitet wird viel mit Freien, die auf 17.000-Euro-Basis im Jahr beschäftigt sind.

Trotzdem leistet sich der SWR das crossmediale Projekt „Jeder Sechste ein Flüchtling“ multimedia.swr.de/asyl-suchende-fluechtlinge-in-kaserne-messstetten, für das zwei Reporterinnen in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb beobachten und festhalten, wie sich der Ort mit der Aufnahme der Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Zollernalbkaserne weiterentwickelt – eine Geschichte mit offenem Ende, die für den Grimme-Preis nominiert ist, wie Programmchef Thomas Hagenauer sagte. „Und das funktioniert, obwohl der SWR sich im Umbau befindet und gleichzeitig Strukturen abbauen muss“, betont Narr. Die Sparvorgabe für den gesamten SWR liegt bei 166 Millionen Euro. Das SWR-Studio in Tübingen muss rund 400.000 Euro einsparen, bei einem Etat von 2,1 Millionen Euro. Die Korrespondenten-Büros seien aber nicht betroffen, versicherte Narr auf Nachfrage. Auslaufende Planstellen stehen dagegen auf dem Prüfstand. Doch Narr betont: „Es braucht sich kein Mitarbeiter im SWR um seinen Arbeitsplatz Gedanken machen.“ Überdacht werden soll die Organisation der Studios, die noch nicht von den Moderatoren selbst gefahren werden, wie es bei den privaten Sendern schon längst der Fall ist, wie eine Teilnehmerin anmerkte.

Keine Einsparungen gibt es bei den Honoraren der Freien, im Bereich Online und bei „Das Ding vor Ort“ - hier stiegen die Besuche, die im Jahr 2007 bei 307.000 lagen, auf 1,82 Millionen Besucher im aktuellen Jahr an. Auch auf Facebook gibt es deutlich mehr Freunde: Zu Beginn waren es 3000, inzwischen sind es 32.000 Freunde. Das crossmediale Arbeiten soll insgesamt gestärkt werden. „Das merken wir auch, die Arbeit des Reporters und des Redakteurs umfasst immer mehr Technik“, sagt Hagenauer. So versucht der SWR trotz des Personalabbaus die jungen Menschen an das Unternehmen zu binden, das eine Altersstruktur aufweist mit Mitarbeitern, die im Durchschnitt älter als 50 Jahre sind. Wobei sich auch die Älteren fortbilden, Techniker etwa, die als Hörspieltechniker anfingen und jetzt auch rausgehen und Bewegtbilder bringen. Das sei aber nicht für jeden ein Muss, erläutert Hagenauer. Jeder dürfe sich nach seinem Können und seinen Bedürfnissen innerhalb des Studios einbringen.

Workshop zum Thema bimediales/crossmediales Arbeiten

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

ein Termin zum Vormerken: Der DJV-Kreisverband Neckar-Alb lädt im Juni zu einem kleinen Workshop zum Thema bimediales/crossmediales Arbeiten ein. Daniel Stahl (Reporter Heilbronner Stimme; verantwortlich für den Online-Auftritt) und C. Gregor Landwehr (Mitglied des Kreisvorstands, Betreiber mehrerer Onlineportale) werden für das praktische Arbeiten auf allen Kanälen „Tipps und Tools“ in unterschiedlichen Plattformen vorstellen.

Samstag, 27. Juni, ab 14 Uhr - Hotel Domizil in Tübingen, Wöhrdstraße 5

Dauer zirka zwei Stunden  - Weitere Informationen folgen.

Bitte teilen Sie doch kurz mit, ob Sie kommen möchten, damit wir planen können, eine kurze Mail unter info(at)djv-bw.de genügt. Vielen Dank!

Voll auf Linie - Thema Innere Pressefreiheit

Wie unabhängig können Journalisten arbeiten? Wie stark ist der Einfluss von Verlegern, Anzeigenkunden, Parteien? Fragen, die Journalisten im beruflichen Alltag bewegen. Die Tendenzen in den Redaktionen sind bedenklich. Das stellte die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig fest, welche die Podiumsdiskussion „Voll auf Linie – Journalismus im Spagat zwischen Meinungsfreiheit und wirtschaftlichem Druck“ des DJV-Kreisverbandes Neckar-Alb im Deutsch-Amerikanischen-Institut in Tübingen moderierte. Sie zitierte aus einer Umfrage des vergangenen Jahres, die zeigt: 50 Prozent der Journalisten sehen mehr Gefahren für die innere Pressefreiheit als noch vor fünf Jahren. Jeder Vierte fühlt sich in der Redaktion eingeengt. Von ihren Erfahrungen sprachen auf dem Podium Josef-Otto Freudenreich von Kontext Wochenzeitung, Peter Welchering, Mitglied des Presserates, und Christoph Holbein, Redakteur beim Schwarzwälder Boten.

So erlebte Josef-Otto Freudenreich Kollegen, die während der Berichterstattung zu Stuttgart 21 mächtig unter Druck standen. Berichterstattung wurde behindert, beeinflusst, Ansagen aus der Chefredaktion gemacht. Für ihn ein Schlüsselerlebnis, das ihm zeigt, was in dem Berufsstand geht und was nicht. Peter Welchering erzählt von Anrufen aus Ministerien, um die Richtung der Berichte zu beeinflussen. Er stellt fest, dass „widerspenstige Kollegen“, die ihre Geschichten verteidigen und durchsetzen, weniger werden. Ein Faktor ist in Christoph Holbeins Augen die Infrastruktur. Es gebe zu viel Arbeit für immer weniger Schultern. Der Zeitdruck führe zu fahrlässigem Umgang mit Pressematerial und das zu Verlautbarungs-Journalismus. „Unverantwortlich“, findet das Freudenreich. „Verleger sollten sich hinterfragen, ob sie so etwas ihren Lesern anbieten wollen.“  Es stelle sich ihm aber auch die Frage, wie Journalisten ihrer Aufgabe gerecht werden sollen unter den Bedingungen, welche die Verleger vorgeben?

Zeit für kritische Recherche? Da spricht Holbein vom Einwegjournalismus: möglichst billig, viele Seiten mit wenig Man-Power und geringem Honorar. Das sei die größte Gefahr im Printbereich. Dazu Betriebswirtschaftler in der Geschäftsführung, die nach der Rendite schauten, anstelle  Journalisten, welche die Wächterfunktion wahrnähmen und auf diese pochten. Daran schließt Grund-Ludwig die Frage nach den Konsequenzen für die Leser an. „Als Journalisten sind wir immer wieder in Gefahr, Leser zu missachten, aber wir sollten sie achten“, sagt Freudenreich. Den Lesern müsse geboten werden, was sie in ihrer Welt für wichtig erachteten. Denn warum sollten diese Geld ausgeben für etwas, wovon sie keinen wirklichen Nutzwert hätten. Die Lücke zwischen Zeitung und Leser müsse kleiner werden. Die Zeitungsmacher sollten sich auf die Frage konzentrieren: Was treibt die Leser um? Dieser Community-Charakter findet sich bei den Bloggern. Doch schwinde auch da die Wächterfunktion, je stärker der wirtschaftliche Druck sei, sagt Peter Welchering. In den Redaktionen seien Blogger kein Thema, betont Holbein. „Das sollten sie aber sein, um die Qualität der Arbeit auf den Prüfstand zu stellen“, meinen die Podiumsteilnehmer.

Ministerien, Verleger, Anzeigenkunden: Sie alle nehmen Einfluss auf kritische Berichte. Kontext umgeht dieses Problem. Die Zeitung ist abhängig vom Leser, nicht vom Verleger. Die Redakteure entscheiden gemeinsam über Eingriffe, die sie vornehmen. Doch sieht Freudenreich die Wochenzeitung als Nischenprodukt, nicht als Projekt der Zukunft. Peter Welchering setzt auf die widerspenstigen Kollegen. „Wer nicht widerspenstig sein kann, der sollte Biobauer werden“, sagt er. Der Angsthasenjournalismus rege ihn auf. Auch Holbein plädiert dafür, den Blick zu schärfen, Farbe zu bekennen und Rückgrat zu beweisen.

Diskussion zum Gewerkschaftstag und zum Tarifabschluss

Die Tarifauseinandersetzungen bei den Tageszeitungen und der Gewerkschaftstag des DJV Baden-Württemberg sind im Mittelpunkt des Mitgliedertreffens des Kreisverbands Neckar-Alb gestanden. Wie gehen wir mit dem Tarifabschluss für Tageszeitungen um, nachdem die Zeitungsverlegerverbände in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nachverhandeln und das Ergebnis abwenden wollen? Diese Frage diskutierte der Kreisverband mit Daniel Völpel, Mitglied der Tarifkommission, und Dagmar Lange, der neu gewählten Landesvorsitzenden. Der Abschluss sei ein Kompromiss, den die Südverbände eingegangen seien, um erneut einen Flächentarif abzuschließen. Diesen wollen die Nordverleger nun nicht akzeptieren und nachverhandeln. Ein „Riesen-Ärgernis“, bestätigte Dagmar Lange die Stimmung im Verband.

Soll unter diesen nun veränderten Bedingungen auch Baden-Württemberg dem Abschluss nicht zustimmen? Daniel Völpel sieht eine Neuverhandlung skeptisch. Er ist nicht davon überzeugt, dass ein deutlich besseres Ergebnis herauskommt, sollten sich Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern für die Verhandlungen zusammenschließen.

Viel mehr stellte sich für Völpel die Frage, wie sich der Landesverband ab Herbst taktisch aufstellt und künftig auftreten wird. Für ihn ist es äußerst wahrscheinlich, dass dies der letzte Tarif für die Fläche war.

Vor allem, so wurde in der Diskussion klar, geht es nun darum, Strategien für die OT-Betriebe, also die Betriebe außerhalb einer Tarifbindung, weiter zu entwickeln. Die Verteilung der Pranger-Zeitungen vor dem Schwarzwälder Boten und in Konstanz sei dazu ein guter Auftakt gewesen, müsse jedoch weitergehen. Es müsse darum gehen, gute Arbeitsbedingungen für Pauschalisten zu sichern und Lohndumping vorzubeugen. Es müsse aber auch darum gehen, die Diskussion in den Betrieben des Kreisverbands zu führen. Der Kreisverband will dazu Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen aufnehmen, die im Gebiet des Kreisverbands bei Tageszeitungen arbeiten, vor allem auch mit den neu gewählten Betriebsrätinnen und Betriebsräten.

Voll auf Linie - Podiumsdiskussion am 24. Juni

 

Der Journalismus befindet sich im Spagat zwischen Meinungsfreiheit und wirtschaftlichem Druck. Wie sehr ist die innere Pressefreiheit in diesem Gefüge gewährleistet, wie gehen Redaktionen intern mit diesem Thema um?

Am Dienstag, 24. Juni, ab 20.00 Uhr in den Räumen des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) in Tübingen, Karlstraße 3 stellen sich diesen und den Fragen des Publikums auf dem Podium:

Josef-Otto Freudenreich, Kontext Wochenzeitung, Peter Welchering, der für den DJV im Deutschen Presserat ist, und Christoph Holbein, Lokaljournalist.

Moderieren wird den Abend die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig.

Damit wir planen können, wäre es schön, wenn Sie uns eine kurze Zusage schicken, dass Sie am 24. Juni zur Veranstaltung kommen, bitte an die Mail-Adresse des Kreisvorsitzenden: christoph.holbein@t-online.de

KV Neckar / Alb wählt neuen Kreisvorstand

Dieter Gellermann (links) trat nicht mehr zur Wahl an. Der DJV-Landesvorsitzende Thomas Godawa (rechts) gratuliert Christoph Holbein und Pia Grund-Ludwig zur Wahl.

Der langjährige Kreisvorsitzende des DJV Neckar-Alb Dieter Gellermann hat sich nicht mehr zu Wiederwahl gestellt. Der Kreisverband dankt ihm für sein großes Engagement.

Nachfolger von Gellermann als 1. Kreisvorsitzender ist der Lokaljournalist Christoph Holbein. Seine Stellvertreterin ist die freie Journalistin Pia Grund-Ludwig. Als 3. Kreisvorsitzender wurde der freie Journalist Gregor Landwehr gewählt. 

 

 

Einladung zur Kreisversammlung am 6.2.2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihnen allen ein gutes neues Jahr, berufliche Erfolge und Gesundheit für 2014. Wieder endet eine Amtsperiode des Kreisvorstandes. Deshalb gibt es am 06.02.2014 eine Kreisversammlung.
Wir laden Sie herzlich zur Kreisversammlung des DJV KV Neckar-Alb am Donnerstag, den 06. Februar 2014. Sie findet ab 20:00 Uhr im Weinkeller des Restaurants „Loretto“ in der Tübinger Südstadt, nahe Hechinger Eck (B27) statt. Genaue Anschrift: Katharinenstr. 22.

Leitgedanke des Abends:
„Zukunft der Medien – Perspektiven und Realität.“

Tagesordnung:

  • „Perspektiven der Digitalisierung für unsere Medien“
    Vortrag von Daniel Schneider, Absolvent der Hochschule der Medien, Stuttgart und Experte für Medienmarketing
  • „Realität der Zeitungslandschaft Baden-Württemberg“
    1. Landesvorsitzender des DJV Thomas Godawa zur aktuellen Situation der Tarifauseinandersetzungen bei Tageszeitungen
  • Rechenschaftsbericht des Kreisvorstandes
  • Neuwahlen zum Kreisvorstand, Delegiertenwahl, Nominierung der Fachausschussvertreter

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Dieter E. Gellermann

DJV KV Neckar-Alb
, 1. Kreisvorsitzender

Bitte geben Sie uns Bescheid, ob Sie an der Kreisversammlung teilnehmen.
Via mail: deg(at)d-e-g.de
oder via Fax

Konzepte für Online-Medienauftritte in Tübingen vorgestellt

Landläufig meinen viele, dass Journalisten nur in Verlags- und Funkhäusern arbeiten. Diese Annahme trifft aber immer weniger zu auf Freie Journalisten. Sie müssen sich ihr Arbeitsumfeld selbst gestalten und zum Teil ihren Arbeitsplatz selbst erschaffen. Mit kreativen Ideen und unternehmerischer Denke ist es durchaus möglich, eine Marktnische aufzutun, für die man journalistisch schreiben kann.

Drei DJV-Mitglieder aus Tübingen und Umgebung erzählten bei der jüngsten Veranstaltung des DJV, Kreisverband Neckar-Alb, von insgesamt vier Konzepten, die so zum Laufen gebracht wurden.

Pia Grund-Ludwig kümmert sich mit zwei weiteren Kolleginnen um energieeffizientes Bauen und Sanieren. Ihr Unternehmen firmiert als Enbausa (www.enbausa.de). Hauptprodukt ist ein Online-Magazin zum energieeffizienten Bauen und Sanieren für Handwerker, Architekten und Endkunden. Verschiedene Servicekonzepte und Werbeideen begleiten das Angebot. Daneben wird klassische Öffentlichkeitsarbeit angeboten und werden Blogs betreut.

Das Golfsportmagazin (www.golfsportmagazin.de) gibt Gregor Landwehr bereits seit 1999 heraus, das inzwischen Partnerunternehmen der Axel Springer AG ist und somit organisatorisch und finanziell stabil ist. Der Journalist konnte sein Hobby zu einem Teil seiner Berufsausübung machen. Er und Mitarbeiter seines Magazins testen Artikel rund um den Sport, verstehen es, den Anbietern bei der Vermarktung behilflich zu sein, aber nur, wenn die ehrlichen Tests den Produkten auch Qualität und Nutzen bescheinigen. Landwehr veröffentlicht neben dem Magazin zum gleichen Thema auch noch einen Newsletter. Er lebt das Thema Golf und kann zu einem gewissen Teil auch von seinem Engagement leben.

Design ist das Thema, das Armin Scharf fasziniert. Unter www.zwomp.de trägt er Material zusammen zu allem, was mit Industrie Design zu tun hat. Er versteht sich nicht nur als Autor sondern auch als Publizist. Die Webseite nutzt Scharf zur eigenen Profilierung durch Themen, die ihn persönlich sehr interessieren. Noch wirft dieser Bereich finanziell nichts ab, doch im Online-Journalismus kann sich da schnell etwas ändern.

Gregor Landwehr diskutiert sehr gerne und so hat er ein Forum ins Leben gerufen, das Jüngere dazu bringen soll, sich mehr über Politik und Wirtschaft auszutauschen. Die Plattform Debátare gibt es online unter www.debatare.de und bei besonderen Anlässen wie bei Parteitagen auch als kostenlose Print-Ausgabe bei Parteitagen zugeschnitten auf die jeweilige Partei. Diese Hefte erscheinen ohne Auftrag der jeweiligen Parteigremien, sind journalistisch gemacht und über Werbung finanziert. Die Delegierten erhalten sie gegen Ende der Versammlung und sind als Denkanstoß gedacht.

In der Aussprache zu den unterschiedlichen Konzepten wurde deutlich, dass jedes Modell andere Nutzer hat. Den Traffic für die Seite des Golfsportmagazins erhält es zu je einem Drittel durch Direktaufrufe, über Suchmaschinen und über sie Facebook-Seite. Die Zugriffe bei Enbausa kommen über Suchmaschinen zustande, durch den Newsletter und über die Verlinkungen der Nutzer. Bei Zwomp gibt es nur zwei wesentliche Wege zum Portal: die eine Hälfte findet den Weg immer wieder direkt, die andere Hälfte über Suchmaschinen. Überraschend ist, dass beim Thema Industriedesign kaum ein Zugriff über Social Media auf die Seite gelangt.

Diese vier Konzepte, stellvertretend für andere Gründer mit journalistischem Hintergrund, zeigen, dass, egal mit welcher Thematik man sich befasst, es solche Nischen gibt. Erfolgreich können sie nur werden, wenn sie von unternehmerischem Denken begleitet sind und auch so manche Durststrecke einkalkuliert wird, während der noch keine großen Umsätze verbucht werden können. Fazit der DJV-Veranstaltung war jedoch, dass alle diese individuellen Projekte eine Bereicherung der Medienlandschaft darstellen. Dieter E. Gellermann

Beim Tageszeitungsstreik hat sich politische Reife entwickelt

Manöverkritik auf breiter Basis prägte den Hauptteil der Mitgliederversammlung des DJV Kreisverbandes Neckar-Alb. Im Loretto-Weinkeller zu Tübingen konnte Kreisvorsitzender Dieter Gellermann auch die Landesvorstände Thomas Godawa (Vorsitzender) und Pia Grund-Ludwig (Beisitzerin) begrüßen, die von den Auseinandersetzungen bei den Tageszeitungen im letzten Jahr berichteten. Ergänzt wurden die Informationen von Christoph Holbein, der den Sonderfall Schwarzwälder Bote beleuchtete.

Die DJV- und DJU/verdi-Aktionen waren zunächst schlecht vorbereitet, es gab zu wenig aktuelles Material, doch das wurde später durch originelle Mittel und Aktionen wettgemacht. So gelang es, an allen Brennpunkten Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung und den Medien zu erzielen. Ein öffentlicher Druck konnte so entstehen, auch wenn der Abschluss schwer zu vermitteln war.

Thomas Godawa wies darauf hin, dass der aktuelle Manteltarifvertrag eine Laufzeit hat bis zum Juli 2013 und dann wieder neu verhandelt werden müsse. Da die jetzige Einigung auch für die Arbeitgeber der schlechteste Ausgang war, den sie erwartet hatten, ist damit zu rechnen, dass in der nächsten Runde viele der jetzt gescheiterten Einschnitte wieder aufgetischt werden. Besonders betroffen sind Berufseinsteiger, weshalb der DJV-Landesverband versuchen wird, das Berufsbild des Tageszeitungsredakteurs attraktiv zu halten, was Image, Gehalt und Rahmenbedingungen angeht. Soll bei einem Streik die Zeitung gar nicht mehr erscheinen? Das würde schnell zu einer Schieflage des Verlages führen, weil Abos und Anzeigen schnell wegbrechen. Dann gäbe es die Gefahr, dass dann die PR-Abteilung das Blattmachen übernehmen würde. Deshalb könnten in dieser Situation rollierend Streikende gleichermaßen ihrem Blatt und ihren Forderungen helfen und dennoch ihrem Verleger zu denken geben. Anderenorts muss es massive Streikaktionen geben, die der Arbeitgeberseite auch wehtun.

Nach so viel Austausch kam die Versammlung zu den satzungsmäßigen Regularien, die mit dem Rechenschaftsbericht des Kreisvorstandes begannen. Dieter Gellermann erwähnte die Vortragsveranstaltungen, die Exkursionen, die offenen Vorstandssitzungen und die Teilnahmen in Landes- und Bundesgremien. Bei Enthaltung der Betroffenen wurde der Vorstand daraufhin entlastet.

Zum neuen 1. Kreisvorsitzenden wurde wieder Dieter Gellermann gewählt, Stellvertreter bleiben Mylena Baumann, Christoph Holbein und Gregor Landwehr.

Mit einem allgemeinen Austausch zur journalistischen Lage in der Region und Ideen für die nächsten Kreisveranstaltungen schloss die Versammlung. Dieter E. Gellermann