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STUTTGART – Die Suche nach den Spuren der Pioniere und der Vergangenheit ist für den baden-württembergischen DJV mehr als nur schwierig. Der Reichsverband der deutschen Presse wurde 1910 gegründet und bereits 1933 wie auch andere Gewerkschaften und Verbände von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet. Dank der demokratischen Weimarer Verfassung hatte der Reichsverband mit den Zeitungsverlegern 1926 einen ersten Tarifvertrag für Zeitungsjournalisten. überhaupt abgeschlossen. 1926 wurde auch auf tarifrechtlicher Grundlage die Versorgungsanstalt der deutschen Presse gegründet.
Nach dem Zusammenbruch trafen sich schon während des sehr mühsamen Neubeginns für freie Medien „unbelastete“ Journalisten, um über die geistige und soziale Sicherung des Berufes zu diskutieren. Pioniere waren unter anderem in Stuttgart, der Hauptstadt von Württemberg-Baden, der Journalist und Nationalökonom Dr. Helmut Cron (1899-1981) sowie der Jurist und Journalist Hans Schmidt-Osten (1904-1993), die den K ollegen Fritz Treffz-Eichhöfer ( 10.8.1914–25.2.1989) in dessen Wohnzimmer zur Gründung des Journalisten-Verbandes Württemberg-Baden ermunterten (Siehe oben stehenden Bericht von Frau Treffz). Alle drei sind kennzeichnend für die Gründergeneration: Sie waren mit Berufsverbot und Drangsal im so genannten 3. Reich belegt.
Cron und Schmidt-Osten gehörten zu den Initiatoren des Presseversorgungswerkes (Mai 1949) und des Deutschen Presserates (November 1956), Cron wurde DJV-Bundesvorsitzender von 1951 bis 1953, Hans Schmidt - Osten war bis Anfang der 70er Jahren ehrenamtlicher Justitiar des DJV und Rentenexperte im Versorgungswerk Das genaue Datum der Gründung ist nicht mehr festzulegen, Ende 1946 oder Anfang 1947, der spätere Intendant des SDR, Fritz Eberhard, war wohl erster Vorsitzender. Der freie Journalist und landespolitische Korrespondent vieler Blätter, Fritz Treffz-Eichhöfer, war einer der Initiatoren für die Gründung der Landespressekonferenz und des Sozialfonds der baden-württembergischen Presse. In das Jahr 1947 fällt auch die Gründung des Deutschen Presseverbandes Württemberg – Hohenzollern, über die Peter Kustermann berichtet. Er gehörte als Delegierter von Tübingen zu den 57 Frauen und Männern, die im Dezember 1949 in Berlin den Deutschen Journalisten-Verband gründeten. Er ist der einzige noch lebende Mitgründer. Dabei war für den vermutlich auch 1947 gegründeten Deutschen Presseverband Baden dessen Vorsitzender Dr. Rupert Gießler, von 1953 bis1965 DJV-Bundesvorsitzender. Während sich 1952 bei der Gründung des Landes Baden-Württemberg der Stuttgarter und der Tübinger Verband zu einem Südwestdeutschen Journalistenverband (SWJV) zusammenschlossen, blieb der Journalistenverband Baden (JVB) als Landesverband selbstständig. Auch einem ausgleichenden Dr. Fritz Richert (SWJV- Vorsitzender 1968 bis 1975 und Bundesvorsitzender 1975 bis 1978) gelang keine Fusion zu einem Landesverband.

Im Mai 1986 beschloss der SWJV entgegen des Mitgliederwillens den Übertritt zur IG Druck, er nahm alle Unterlagen des „alten“ DJV mit in die unergründlichen Archivkeller der Mammutgewerkschaft. Ein Zugriff ist nicht erlaubt. 17 Journalisten und Journalisten gründeten daraufhin auf Einladung von Karl Geibel den „neuen“ DJV am 12. Juni 1986. Nach einem faszinierenden Verhandlungsmarathon in den folgenden Sommer- und Herbstmonaten gelang die Annäherung beider Verbände und letztlich die Verschmelzung am 14. Februar 1987. Wesentlich zum Geiste der Geschwisterlichkeit hatte der frühere badische Landesvorsitzende Josef A. J. Simons beigetragen.
Karl Geibel
Termine 07.-11.05.2012 - JA Stuttgart
43. Zeitschriftenseminar
für Volontäre und
Seiteneinsteiger (III)
18.-12.06.2012 - JA Stuttgart
43. Zeitschriftenseminar
für Volontäre und
Seiteneinsteiger (IV)