Kreisverband Freiburg

1. Kreisvorsitzender
Anton Schlaier
Freiburg
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Besorgt über Monopolisierung bei Tageszeitungen

FREIBURG - Mit besorgten Minen und erkennbar nachdenklich gingen rund 30 DJV-Kollegen und -Kolleginnen nach der diesjährigen Jahreshauptversammlung nach Hause. Der DJV-Landesvorsitzende Karl Geibel hatte in einer ausführlichen Darstellung die gegenwärtigen Tendenzen in der südwestdeutschen Zeitungslandschaft dargelegt. Insbesondere der Expansionskurs der Südwestdeutschen Medien Holding, SWMH, mit Sitz in Stuttgart lasse mittlerweile die Frage aufkommen, ob ein derartiger Einfluss gut für die Demokratie sei. Vor allem nachdem der langjährige  Konzernchef Jürgen Dannemann der SWMH im Jahr 2008 in den Ruhenstand ging und Dr. Richard Rebmann die Geschäfte in die Hand nahm, änderte sich die Geschäftspolitik deutlich. Führungskräfte wurden ausgetauscht, Rationalisierungseffekte wurden gesucht, das Klima in der Konzernbelegschaft verschärfte sich und – was insbesondere im Raum Südbaden erhebliche Besorgnis auslöste – der Expansionskurs der SWMH verschärfte sich, sichtbar an der Übernahme der Süddeutschen Zeitung.

Was dabei insbesondere die Besorgnis der Anwesenden auslöste, war der Blick auf die konkrete Lage in Südbaden. Von Stuttgart bis zum Hochrhein reicht der Einfluss der SWMH über den Schwarzwälder Boten bis hin zur Oberbadischen Zeitung nach Weil. Dieser Medienverbund trennt die Badische Zeitung mit Sitz in Freiburg vom Verbreitungsgebiet des Südkurier. Entsprechende Vereinbarungen zwischen den Verlagen sichern die jeweiligen Gebiete gegeneinander ab. Konkurrenzsituationen bei diesen Tageszeitungen gibt es praktisch nicht mehr. Doch wie lange noch? Der Raum zwischen Lahr und Offenburg mit dem Offenburger Tageblatt oder der Raum Baden-Baden weist Zeitungsstrukturen auf, die für die nähere Zukunft nachdenklich stimmen. Welche Auswirkungen hätte eine Fortsetzung der Expansionsstrategie der SWMH künftig auf die Zahl der Arbeitsplätze, denn Wettbewerb sichert Arbeitsplätze. Viele der anwesenden Kollegen wären von solchen Entwicklungen unmittelbar betroffen.

In seinem Vortrag wies der DJV-Landesvorsitzende Karl Geibel noch nachdrücklich auf einen anderen Punkt hin. Welche Auswirkungen hat eine solche Monopolisierungstendenz im Tageszeitungsbereich auf die demokratische Entwicklung? Regionaler und überregionaler Wettbewerb unter Tageszeitungen belebt den demokratischen Prozess, so Geibels These. Wettbewerb im Zeitungsbereich fördert Pluralität und regt den Meinungsbildungsprozess an. Unter solchen Umständen – so die Einschätzung vieler Anwesender – schütze nur ein Redaktionsstatut die journalistische Vielfalt.
Anton Schlaier

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