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Medienunion beteiligt sich
am „Mannheimer Morgen“

MANNHEIM (19.6.2009) - Die Medienunion GmbH Ludwigshafen („Die Rheinpfalz“) hat einen neuen Coup gelandet: Sie beteiligt sich mit 7,9 Prozent an der Dr. Haas GmbH in der Nachbarstadt, deren Flaggschiff der „Mannheimer Morgen“ (rund 160.000 Auflage) ist.

Die Medienunion übernahm Anfang Mai die Anteile von der BWK-Medienbeteiligungs-
gesellschaft mbH Stuttgart, die einen Geschäftsanteil von 28,9 Prozent hielt. Diese hatte früher erklärt, sie bis 2008 abgeben zu wollen. Wie zu erfahren ist, hat die Medienunion weitere Optionen (Vorkaufsrecht) bei der BWK eingeräumen lassen, dem schwäbischen Banken- und Kapitalkonsortium. Die BWK stieg 1998 bei der Dr. Haas GmbH ein, Anteilseigner der BWK u.a. die Landesbank Baden-Württemberg, die Württembergische Versicherung und die Landeskreditbank Baden-Württemberg Förderbank.

Die pfälzische Medienunion GmbH hält mit 45,9 Prozent die Anteilsmehrheit an der Südwestdeutschen Medienholding GmbH Stuttgart, die seit Beginn des vergangenen Jahres 81,3 Prozent der Süddeutschen Verlags GmbH („Süddeutsche Zeitung“, rund 440.000 Auflage) besitzt.
 
Weitere Beteiligte beim „Mannheimer Morgen“ sind die Familien Bode (22,1 Prozent), Schilling/ Brandeis (19,5 Prozent), Hönig (2 Prozent), Reißwitz (10,4 Prozent), Jansen (0,99 Prozent), Dr. Haas (16,2 Prozent). Das Stammkapital des „MM“ beträgt 10,5 Millionen Euro.

Unterdessen gibt es weitere Einschnitte bei der Südwestdeutschen Medienholding, nach jenen im Stuttgarter Mutterhaus und bei der „Märkischen Oderzeitung (MOZ), über die wir ausführlich berichteten. Die SWMH kündigte der bayerischen Mantelredaktion (Text- und Bildredaktionspartner GmbH in Coburg), acht Beschäftigte werden betriebsbedingt gekündigt, davon sieben Redakteurinnen und Redakteure. Künftig wird der überregionale Teil für vier Zeitungen in Nordfranken und Südthüringen für die Gesamtauflage von 172.000 von den „Stuttgarter Nachrichten“ produziert. Dieses redaktionelle Kooperationsmodell praktiziert die „STN“ seit 2003 mit dem „Schwarzwälder Bote“ in Oberndorf , wo seit April diesen Jahres nur noch acht Redakteurinnen und Redakteure das von Stuttgart belieferte Mantelmaterial gestalten. Die STN  hat mit 13 Partnerzeitungen 232.000 Auflage, das Traditionsblatt in Oberndorf hat mit 24 Lokalausgaben und vier Partnerzeitungen rund 137.000 Auflage.

Hinzu kommen jetzt für die Stuttgarter Mantellieferung die „Frankenpost“ in Hof ( 66.000 Auflage), die „Neue Presse“ in Coburg (27.100 Auflage), das „Freie Wort“ im thüringischen Suhl (65.200 Auflage) und die „Südthüringer Zeitung“ in Bad Salzungen (13.700 Auflage). Das „Freie Wort“ in Suhl ist weiterhin am „Meininger Tageblatt“ (50 Prozent) und der „Hersfelder Zeitung“ (25,1 Prozent) beteiligt. Aus dem süddeutschen Konzern verlautet, dass man sich mit der hohen journalistischen Qualität aus Stuttgart noch intensiver auf die regionale Ausrichtung der Zeitung konzentrieren wolle. Bereits zu Beginn des Jahres hatte der DJV auf die Tendenz in dem SWMH Konzern hingewiesen, dass STN Mantelkonzept zu exportieren.

Die Geschäftsführung des Süddeutschen Verlages hat jüngst in München mitgeteilt, dass das Magazin „Süddeutsche Zeitung Wissen“ Ende Mai zum letzten Mal erscheint. Dieses Magazin kam im Dezember 2004 auf den Markt, wurde zuletzt zehn Mal im Jahr veröffentlicht und hatte hohe Akzeptanz erworben. Als Grund wurde in München angegeben: sinkende Anzeigenerlöse und eine schlechte Auflagenentwicklung. Das Magazin habe für sich allein keinen wirtschaftlichen Erfolg.     Karl Geibel