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Die Redaktion von Sonntag Aktuell – Foto: Heinz Heiss

Vollständige „Sonntag Aktuell“-Redaktion
zum Jahresende gekündigt

STUTTGART (17.7.2009) – Erstmals in der Geschichte wird in Baden-
Württemberg eine komplette Zeitungs-
redaktion auf einmal gekündigt. Am Freitagnachmittag (17.7.2009) wurde 17 Beschäftigten in der Redaktion der Sonntagszeitung „Sonntag Aktuell“ die Kündigung zum Jahresende von der Geschäftsleitung der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) mitgeteilt.

Wie der Geschäftsführer der Sonntagszeitung Bernhard Reese erklärte, habe der Verwaltungsrat des Konzerns diese Entscheidung getroffen, weil die Herstellung von „Sonntag Aktuell“ zu teuer sei. Die Arbeit der Redaktion soll ab kommendem Jahr ausgegliedert werden und die Zeitung in einer neuen Form erscheinen. Der Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten, Christoph Grote hatte Mitte Juni vom Verwaltungsrat der SWMH den Auftrag erhalten, in einer Arbeitsgruppe ein Konzept zu erarbeiten. In der Arbeitsgruppe sollen nur Redakteure der Stuttgarter Nachrichten beteiligt sein. Grote hatte Mitte Juli in einer Redaktionsversammlung von  „Sonntag Aktuell“ bereits mit Entlassungen gedroht.

Eine Veränderung der Sonntagszeitung wird von dem Konzern seit einem Jahr angedroht. „Sonntag Aktuell“ wird bei 40 Partnerzeitungen in Südwestdeutschland mit einer Gesamtauflage von 620.000 Stück kostenlos an die Abonnenten verteilt.    

„Die Profitmaximierung in dem Konzern ist eindeutig. Die Leser müssen ein Produkt mit schlechterer journalistischer Qualität erwarten“, betonte Karl Geibel, der Landesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes in Baden-Württemberg. Bekannterweise wird die hohe Qualität von „Sonntag Aktuell“ bei den Leserinnen und Lesern  geschätzt. „Der Vorgang kann auch als Betrug an den Lesern bezeichnet werden“, so Geibel weiter, er erinnert daran, dass sie seit der Gründung von Sonntag Aktuell vor 30 Jahren mit deutlichen Preiserhöhungen das danach kostenfreie Produkt mitfinanzieren. „Offensichtlich habe sich der Konzern in Stuttgart mit dem Kauf des Verlages der Süddeutschen Zeitung so übernommen, auch mit Bankkrediten, dass jetzt quer durch alle Unternehmensteile „geholzt“ wird. Das lässt Schlimmes  für die Zukunft im zweitgrößten Zeitungskonzern Deutschlands erwarten“ so Geibel.