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Oberndorf (22.12.2012) - Es ist vollbracht: Nach fast 100 Streiktagen der Beschäftigten des Schwarzwälder Boten haben die Gewerkschaften DJV und ver.di mit der Geschäftsführung der Redaktionsgesellschaft einen Tarifabschluss erzielt. Damit erkennt die Arbeitgeberseite weitgehend die Leistungen des Flächentarifvertrags für Redakteure an Tageszeitungen an.
So gibt es unter anderem 1,5 Prozent mehr Gehalt ab Mai 2012. Die für Februar 2013 vorgesehene Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro "opferten" die bisher Beschäftigten des Unternehmens, um dafür im Gegenzug auch den Volontären, die 2012 neu eingestellt werden, die Tarifbindung zu ermöglichen. Damit gilt der Tarifabschluss für die derzeit beschäftigten Mitarbeiter sowie für die Volontäre des Jahrgangs 2012.
Für alle nach dem 31. Dezember 2012 neu einzustellenden Arbeitnehmer werden Gewerkschaften und Arbeitgeber ab Januar um ein neues Tarifwerk weiter verhandeln. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit bis Ende April 2014 haben. Die streikenden Beschäftigten des Schwarzwälder Boten bewerten den Anerkennungstarifvertrag als einen beachtlichen Erfolg. Das bekundeten sie bei der Informationsveranstaltung mit lang anhaltendem Applaus.
Dieser Anerkennungstarifvertrag übernimmt für alle bisher Beschäftigten die derzeit gültigen Tarifverträge in ihrer momentanen Fassung mit ihren Leistungen und das mit einer Laufzeit bis zum 30. April 2014. Unter diese Anerkennung fallen auch alle Redakteure, die bis einschließlich 31.Dezember 2012 neu eingestellt werden, falls sie aus einem Unternehmen der Schwarzwälder-Bote-Mediengruppe dazustoßen.
Was die Streikenden nicht erreicht haben, ist ein Anerkennungstarifvertrag auch für alle diejenigen, die bis Ende der Laufzeit, also 30.4.2014, ob von extern oder von intern neu eingestellt werden. Allerdings haben die Schwarzwälder-Bote-Mitarbeiter durch diesen Tarifabschluss gezeigt, dass es sich lohnt, für seine Anliegen einzutreten und notfalls auch zu streiken. Dass es nicht nur wichtig ist, sondern auch erfolgreich sein kann, für die Interessen der Arbeitnehmer zu kämpfen und den Mut dazu aufzubringen. Am Ende eines langen Weges haben sie im Rahmen des Machbaren und bei Ausschöpfen aller Kompromissmöglichkeiten ein gutes Ergebnis erzielt, mit dem sie, das war einhellige Meinung unter den Beschäftigten, gut leben können, nicht nur hinsichtlich der erreichten tariflichen Lösungen, sondern vor allem auch mit Blick auf die Bereitschaft und das Engagement, gemeinsam für eine gerechte Sache einzutreten. "Das sollte uns Mut machen und auch ein wenig stolz", meinte denn auch Christoph Holbein, Mitglied der Verhandlungskommission auf DJV-Seite.