5,73 % linear, Einmalzahlung für 2026 und Laufzeit bis Ende 2028
Guter Tarifabschluss im SWR
Unterzeichnung des Eckpunktepapiers im Büro des SWR-Verwaltungsdirektors Jan Büttner
von links: Judith Hilger (unisono), Eva Lippok und Jan Büttner (SWR), Maximilian Hess (ver.di), Andreas Fischer (DJV)
Nach fünf Verhandlungsrunden und zwei Streikaktionen haben sich die Tarifparteien DJV, ver.di und unisono bereits am Dienstagabend nach einem 12-stündigen Verhandlungsmarathon auf Eckpunkte eines Tarifvertrages geeinigt. Diese wurden heute Vormittag im SWR unterzeichnet, nachdem noch letzte Formulierungen abgestimmt worden waren. Der DJV BW bewertet den Abschluss als Erfolg.
Der vorläufige Tarifabschluss sieht eine lineare Steigerung der Gehälter und Honorare von 2,6 % zum 01.01.2027 und weiteren 3,13 % zum 01.01.2028 vor. Der zweite Erhöhungsschritt kann jedoch vom SWR durch ein Sonderkündigungsrecht um 1% gekürzt werden, falls es bis zum Stichtag zu keiner Erhöhung des Rundfunkbeitrags kommen sollte. Ein Gerichtsverfahren darüber ist aktuell beim Bundeverfassungsgericht anhängig. Weitere 0,53% des zweiten Erhöhungsschrittes stehen unter dem Vorbehalt, dass es bis dahin eine Vereinbarung zwischen den Tarifparteien zum Personaltransfer innerhalb der ARD gibt.
Für das Jahr 2026 erhalten die SWR-Mitarbeiter*innen noch mit dem Augustgehalt eine Einmalzahlung von durchschnittlich € 720 pro Person, sozial gestaffelt nach Tarifgruppe bzw. Honorarstufe (€ 1.600 für die niedrigste, € 400,- für die höchste). Volontär*innen und Azubis erhalten € 900,-, Chor- und Orchestermitglieder € 700. Damit enthält der Tarifabschluss eine deutliche soziale Komponente, um diejenigen Kolleg*innen zu unterstützen, die mit den starken Preissteigerungen bei Gütern des täglichen Bedarfs am meisten zu kämpfen haben. Bei den Nebenforderungen konnte der DJV sich mit der Forderung durchsetzen, dass künftig auch bis zu drei Berufsjahre als Freie*r vor dem Volontariat auf die 6-Jahresgrenze angerechnet werden. Auch wird der Zuschuss zum Jobticket künftig um € 5,- pro Monat erhöht.
“Insgesamt haben wir hier einen Tarifabschluss erreicht, mit dem wir sehr gut leben können”, so Andreas Fischer, der als Vorsitzender des DJV-Fachausschusses Rundfunk die Tarifverhandlungen maßgeblich begleitet hatte. Bei einigen Nebenforderungen, wie z.B. einem Zeitwertkonto auch für feste Freie, habe sich der SWR sehr hartleibig gezeigt, diese Themen werde man aber in der nächsten Tarifrunde wieder angehen. Die Tatsache, dass die linearen Erhöhungen mit insg. ca. 5,8 % (Einmalzahlung und Nebenforderung prozentual berücksichtigt) auf dem Niveau des Öffentlichen Dienstes liegen, sei aber ein schöner Erfolg, so Fischer weiter. Er bedanke sich in diesem Zusammenhang auch bei allen DJV-Mitgliedern, welche die Verhandlungen mit Streiks unterstützt hatten, sowie beim gesamten DJV-Verhandlungsteam um Achim Beckedorf und Gregor Schwarz als Tarifführer.
Einen Kompromiss mussten die Gewerkschaften bei der Laufzeit eingehen. DJV-Geschäftsführer Gregor Schwarz gibt dazu jedoch zu bedenken: “Normalerweise sind lange Laufzeiten aus gewerkschaftlicher Sicht ein Problem, gibt man doch für relativ lange Zeit des Heft des Handelns aus der Hand”. Unter den aktuell sehr schwierigen, politischen Rahmenbedingungen rund um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Stichworte Rechtsstreit um den Rundfunkbeitrag und Wahlen in ostdeutschen Bundesländern, schaffe die relativ lange Laufzeit aber ausnahmsweise auch Planungssicherheit für die Beschäftigten.
Die Tarifeinigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des SWR-Verwaltungsrates sowie der Gremien der beteiligten Gewerkschaften. Mit dem Abschluss eines fertigen Tarifvertrages ist daher erst bis Ende des Monates Juli zu rechnen.
Bei Rückfragen zum Abschluss wenden Sie sich gerne an die DJV-Geschäftsstelle.