Für angemessene Tariferhöhungen
Warnstreik im SWR am 17. und 18.06.2026
Achim Beckedorf spricht zu den Streikenden
Foto: Gregor Schwarz
Schon vier Verhandlungsrunden liegen hinter uns und noch immer ist das "Angebot" des SWR ein schlechter Witz: 1,5 % mehr pro Jahr bei einer Laufzeit von fast drei Jahren sollen es sein. Hinzu kommen vielleicht weitere 0,5 % p.a., aber nur, wenn das Bundesverfassungsgericht die letzte Erhöhung des Rundfunkbeitrages durchwinkt. Die Streikenden sind sich einig: So kann man keine Tarifverhandlungen führen.
In einer Teams-Schalte kamen Streikende im Homeoffice und an den verschiedenen Standorten zusammen. DJV-Tarifführer Achim Beckedorf betonte in seiner Rede, dass neben dem bisher völlig unzureichenden, linearen Angebot der SWR auch einen Teil des Arbeitgeberanteils auf die Beschäftigten abwälzen wolle, in dem er diesen von der möglichen KEF-Steigerungsrate abziehe. “Die Arbeitnehmer*innen sollen für den Arbeitgeber zahlen, das gibt es nur im SWR”, so Beckedorf. Auch seien ca. 3 Mio. Euro aus der im Jahr 2018 tariflich vereinbarten Rekrutierungszulage übrig, die der SWR aber anderweitig ausgegeben habe. “Dieses Geld wollen wir für die Beschäftigten zurück”, so Beckedorf weiter.
Sein Kollege Dr. Patrick Hünerfeld ging bei seiner Ansprache am Standort in Baden-Baden auf die Situation der Freien ein, die noch immer an vielen Punkten benachteiligt werden. So müssen sie z.B. schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorweisen, Festangestellte erst ab dem vierten Tag. Auch sei der Familienzuschlag beim Tageshonorar für Freie, eine weitere Forderung des DJV in den Verhandlungen, ein wichtiger Schritt zur Gleichbehandlung. DJV Geschäftsführer Gregor Schwarz, der am Standort Stuttgart zu den Streikenden sprach, betonte die Tatsache, dass das SWR-Angebot bei der aktuellen Inflationsrate dazu führen würde, dass die Beschäftigten de facto von Jahr zu Jahr weniger in der Tasche hätten. Er wünsche sich einen Verhandlungspartner, der sich selbstbewusst für eine gute Bezahlung seiner Mitarbeitenden einsetze und nicht immer wieder von der KEF, der Politik oder dem Verfassungsgericht kusche.
Am Do. 18.06. findet in Baden-Baden ein Tarifführergespräch statt. Die DJV-Delegation erhofft sich dafür Rückenwind aus dem Warnstreik, damit endlich ein angemessenes Angebot des SWR auf den Tisch kommt.