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Fachausschuss Medienkommunikation (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Der FA Medienkommunikation (Presse und Öffentlichkeitsarbeit) befasst sich mit Themen, die den Bereich Pressestellen, Öffentlichkeitsarbeit und Medienkommunikation betreffen.

Foto: Achim Dathe

Der FA Medienkommunikation traf sich am 24.06.2025 auf der Dachterrasse des DJV-BW in Stuttgart zum beruflichen Gedankenaustausch. Von links nach rechts: Milva-Katharina Klöppel, Uli Landthaler, Jutta Wellenreuther, Silke Schneider-Flaig, Ulrich Spitzmüller,

Achim Dathe M.A., Freier Journalist DJV, Baufachjournalist abp

Seit rund 25 Jahren arbeite ich freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und
Kommunikationsberater für Handwerks- und Industrieunternehmen sowie
Wirtschaftsverbände. Dabei war und ist es mir besonders wichtig, „die Brille
verkehrt herum aufzusetzen“. Will heißen, das Thema, um das es geht, mit den
Augen der Adressaten medialer Darstellungen zu betrachten. In der oft sehr
spezifischen Fachkommunikation resultiert daraus eine besondere Relevanz der
Ausarbeitungen für berufliche Verwendungen. Ich erhebe keinen literarischen oder
künstlerischen Anspruch; vielmehr beflügelt mich seit jeher der Wunsch,
Botschaften nutzenstiftend zu verfassen.

Audiatur et altera pars

In all der Zeit meines selbstständigen Schaffens konnte ich mich stets auf das
wohlwollend-kritische Urteil von Journalistinnen und Journalisten verlassen, die als
Redakteurinnen und Redakteure im Dienste ihrer Leser/-innen für die Auswahl
relevanter Themen und deren adäquate Aufbereitung sorgen. Dieses kollegiale
Miteinander zu pflegen, um dem Leserinteresse bestmöglich zu dienen, hat sich
während meines ganzen Berufslebens bewährt.

Selber denken hilft.

Was mich besorgt: Mit zunehmender Nutzung sozialer Medien zur Kanalisierung
mithilfe von KI-Algorithmen zumeist ziemlich ungelenk formulierter Botschaften
erodiert die Rolle der Redaktionen als Filter, der journalistische Qualität und
inhaltliche Güte garantiert. Deshalb habe ich mich ganz bewusst entschieden, KI-Algorithmen
weder zu verwenden noch Leistungen anzubieten, die auf solchen
„Rechenschiebereien“ beruhen. Denn das Gespräch von Mensch zu Mensch
sollten Maschinen nie ersetzen.
 

Claudia Flassak

Ich arbeite seit 23 Jahren als Öffentlichkeitsreferentin einer Stiftung, die soziale
Einrichtungen, wie Pflegeheime oder beschützende Werkstätten für Menschen mit
Behinderung, betreibt. Zuvor war ich zehn Jahre Redakteurin bei einer
Tageszeitung und zwei Jahre in einer PR-Agentur beschäftigt. Ich kenne beide
Seiten gründlich. Daher fällt es mir leicht, mich in beide Positionen hineinzudenken
und im Sinne von best practice alle Interessen abzudecken. In der
Unternehmenskommunikation geht es immer darum, die Interessen des
Arbeitgebers bestmöglich zu vertreten. Zugleich mache ich mich stark für eine
aufrechte PR. Die Kollegen von der anderen Seite des Schreibtischs schätzen das.
Mit Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Offenheit gelingt es in der
Regel, informative Nachrichten oder Stellungnahmen optimal zu platzieren. Die
Kollegen der anderen Seite sind in der Regel verständnisvoll, wenn im
Unternehmen zunächst einmal passende Ansprechpartner gefunden werden
müssen und die Antwort nicht auf der Stelle kommt. Dieser Zeitpuffer ist die Basis
für gute Ergebnisse auf beiden Seiten.
 

Uli Landthaler

Ich bin gelernter Zeitungsredakteur und nebenher immer noch für unsere
Tageszeitung tätig. Ansonsten arbeite ich haupt- und freiberuflich in der
Öffentlichkeitsarbeit einer Behörde, im Kulturbereich und für eine soziale
Einrichtung. Dadurch hat man beide Seiten im Blickfeld und kann sich in ein Stück
weit in die Kolleg*innen auf der anderen Seite hineindenken.
Wenn ich eine Bitte an die Redaktionen habe, dann jene, uns die nötige Zeit für
eine qualifizierte Antwort zu lassen und bei strittigen Themen die
Empörungsmaschine unter Kontrolle zu halten. Die habe ich noch nie gemocht. Die
allermeisten Kolleg*innen in der Behörde machen einen guten Job.

Silke Schneider-Flaig

Ich bin Journalistin, schreibe Ratgeber zum Thema Beruf und Karriere und arbeite
zusätzlich im Bereich PR. Auch ich kenne beide Seiten des Schreibtisches, denn
ich war einige Jahre als Online-Redakteurin in einem Unternehmen angestellt, in
welchem ich später für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig war.
Nach meinem Sprung in die Selbstständigkeit (www.pressebuero-sis.de)
engagierten mich Firmen für PR-Arbeit, aber ich schreibe bevorzugt Artikel und
Bücher zum Thema Knigge. Daher lege ich Wert auf Höflichkeit, gutes Benehmen
und gegenseitigen Respekt. KI sehe ich kritisch, da sie fehlerhafte oder
unvollständige Informationen liefert und unserem Berufsstand Konkurrenz macht.
Ich schätze den DJV sehr, da er einen mit Seminaren und beruflichen Tipps auf
dem Laufenden hält und kollegialen Austausch bietet.

Ulrich Spitzmüller

Nach 34 Jahren als Pressesprecher in einem Landratsamt in Südbaden bin ich seit
August 2025 im Ruhestand. Mein journalistisches Berufsleben habe ich mit einem
Zeitungsvolontariat begonnen, danach war ich fünf Jahre bei einem privaten
Rundfunksender in der Ortenau tätig.
Medien und Behörden haben unterschiedliche Arbeitsweisen und deshalb auch
andere Zeitauffassungen: Für Medien gilt Schnelligkeit, für Behörden Gründlichkeit.
Diesen Spagat muss der Pressesprecher auflösen. Dabei helfen realistische
Zeitvorgaben für Fragen und Statements, persönliche Kontakte und Vertrauen.
Statt langer Fragenkataloge ist ein Gespräch am Telefon bzw. in der Redaktion
oder im Büro in manchen Fällen zielführender, weil komplexe Sachverhalte besser
erklärt, Verständnisprobleme gleich ausgeräumt und Fragen sofort beantwortet
werden können.
 

Jutta Wellenreuther M.A.

Ich bin Journalistin und arbeite im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Ich kenne beide Seiten des Schreibtisches, denn ich war Redakteurin einer
Fachzeitschrift sowie Pressesprecherin eines Kulturzentrums.
Derzeit berate ich Menschen im kulturellen Betrieb für ihren Auftritt in der
Öffentlichkeit. Außerdem verfasse ich Biographien von Personen, die mich für ihr
Lebenswerk engagieren.
Im Großen und Ganzen habe ich gute Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen
gemacht. Heute wünsche ich mir hauptsächlich weniger Zeitdruck und mehr
Geduld von meinem Gegenüber. Höflichkeit unter Kolleg*innen sollte
selbstverständlich sein.