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Teilerfolg bei den Tarifverhandlungen

Altersversorgungs-Tarifvertrag für die Zeitungsgruppe Stuttgart unterzeichnet

04.08.2025

Ende der vergangenen Woche und damit pünktlich vor Ende der Friedenspflicht am 31.07., haben die Gewerkschaften DJV und Verdi sowie die Geschäftsführung der Zeitungsgruppe Stuttgart GmbH (ZGS) einen Tarifvertrag unterzeichnet, nach dem alle Redakteur*innen der ZGS ab dem siebten Beschäftigungsmonat eine betriebliche Altersversorgung mit 4 % Arbeitgeberanteil über die Presse-Versorgung erhalten können. Dies ist ein wichtiger Teilerfolg im Rahmen der Tarifverhandlungen für einen Haustarifvertrag. Im Gegenzug wurde die Friedenspflicht bis zum 30.09. verlängert, ab Mitte September finden weitere Verhandlungen statt.

Bereits seit Mitte März verhandeln die Gewerkschaften DJV und Verdi mit der Zeitungsgruppe Stuttgart GmbH (ZGS) über einen Haustarifvertrag. Dem vorausgegangen waren über 20 Streiktage im Jahr 2024, mit denen die Belegschaft die Aufnahme der Verhandlungen durchgesetzt hatte. Mit drei zentralen Forderungen waren die Gewerkschaften in die Verhandlungen gegangen: Höhere Gehälter, eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und Presse-Versorgung für alle Redakteur*innen.

Nach insgesamt sieben kontruktiven Verhandlungsrunden hatten sich die Parteien schon Ende Juni auf die Eckpunkte eines Haustarifvertrages sowohl für die Redakteur*innen als auch für die Verlagsangestellten geeinigt, dem Abschluss kam dann aber die Übernahme der ZGS durch die Neue Pressegesellschaft Ulm (NPG) dazwischen. Die neue Geschäftsführung wollte den Entwürfen nicht zustimmen, sondern weitere Verhandlungen mit den Gewerkschaften führen. Dies soll nun konkret nach den Sommerferien passieren, voraussichtlich Mitte September. Dafür hatte die Gegenseite um eine Verlängerung der Friedenspflicht gebeten und im Gegenzug angeboten, das Thema "Presse-Versorgung" in einem gesonderten Tarifvertrag zu regeln.

"Mit den Entwicklungen seit der Übernahme durch die NPG sind wir alles andere als glücklich", sagt Gregor Schwarz, der gemeinsam mit Christoph Holbein für den DJV die Verhandlungen führt. Dennoch habe man sorgfältig abwägen müssen, ob man mit weiteren Streikaktionen ein Zeichen in Richtung der neuen Geschäftsführung setzen, damit aber einen Abschluss möglicherweise gefährden, oder aber das Thema "Presse-Versorgung" als wichtigen Meilenstein in trockenen Tüchern haben wolle. Letzlich habe sich die Tarifkommission einstimmig für Zweiteres entschieden, denn der Tarifvertrag sei ein entscheidendenden Schritt zur Abschaffung der Ungleichbehandlung zwischen ZGS-Redakteur*innen und tarifgebunden Beschäftigten der StZN-Redaktionsgesellschaft. "Wir appellieren in diesem Zusammenhang an die neue Geschäftsführung, die Verhandlungen zeitnah und zügig weiterzuführen und an dem bereits erzielten Kompromiss bei den Gehältern und der Wochenarbeitszeit nicht mehr zu rütteln", so Schwarz weiter. Eine Verlängerung der Friedenspflicht über den 30.09. hinaus sei für den DJV keine Option.