zentrale Streikkundgebung in Stuttgart
Streikende trommeln für einen fairen Tarifabschluss

DJV Bundesvorsitzender Mika Beuster bei seiner Rede
Foto: Gregor Schwarz
Etwa 200 streikende Redakteur*innen von Tageszeitungen in Baden-Württemberg kamen heute bei der zentralen Streikversammlung in Stuttgart zusammen. Mit Trommeln machten sie ihrem Ärger über die verfahrenen Tarifverhandlungen lautstark Luft.
Sowohl Verdi als auch der DJV boten hochkarätige Redner*innen auf: Nicht nur der DJV-Bundesvorstand Mika Beuster sprach zu den Kolleg*innen, auch der DGB-Landesvorsitzende Kai Burmeister und Verdi-Landesvorsitzende Maike Schollenberger waren persönlich vor Ort und betonten in ihren Reden die Wichtigkeit des Journalismus für die Gesellschaft. "Es geht darum, Wertschätzung nicht nur in Sonntagsreden zu predigen, sondern auch auf dem Lohnzettel auszudrücken", rief Beuster den Streikenden zu, was diese mit Applaus und donnernden Trommelwirbeln quittierten.
Insgesamt über ein Jahr dauern die Tarifverhandlungen zwischen DJV, Verdi und dem Verlegerverband BDZV schon. Im Mai hatte es bereits nach einer Einigung ausgesehen, als der BDZV ein Tarifangebot vorgelegt hatte, dass bei einer Laufzeit von isg. 30 Monaten gestaffelte Lohnerhöhungen von insg. ca. 8,6 % vorgesehen hätte. In der letzten Verhandlungsrunde am 24.06. nahmen die Verleger das Angebot überraschender Weise wieder vom Tisch uns schlugen stattdessen einen deutlich schlechteren Abschluss vor (Festbetragserhöhung von 100 Euro bei einer Laufzeit von 15 Monaten). "Dieses Angebot sehen wir als reine Provokation und können es selbstverständlich nicht annehmen" - sagt Christian Wienzeck, der für den DJV die Verhandlungen auf Bundesebene führt. Die Verhandlungskommission erhoffe sich von der tollen Streikbeteiligung in dieser Woche den notwendigen Rückenwind für die Verhandlungen, die morgen in Hamburg fortgesetzt werden.